30.04.20  

Wasserversorgung Ueberstorf 

Informationen zum Thema Chlorothalonil im Trinkwasser

Die zahlreichen Medieninformationen der vergangenen Monate über Chlorothalonil im Trinkwasser führen zu Verunsicherungen bei den Konsumentinnen und Konsumenten.

 

Ausgangslage
Chlorothalonil ist ein Fungizid - also ein Wirkstoff gegen Pilzbefall. Der Wirkstoff wird seit den 1970er Jahren überwiegend in der Landwirtschaft, im Wein- und Zierpflanzenbau eingesetzt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat ein allgemeines Verbot für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Chlorothalonil per 1. Januar 2020 erlassen. Dadurch sind seit Januar 2020 alle Abbauprodukte (sog. "Metaboliten") dieses Fungizids als relevant eingestuft. Es gelten für deren Nachweisbarkeit im Trinkwasser die Höchstwerte von 0.1 Mikrogramm pro Liter (μg/l).

An der Veranstaltung vom 15. Januar 2020 hat das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen des Kantons Freiburg die Gemeinden darüber informiert, dass das Amt im Laufe des Jahres 2020 eine Messkampagne durchgführen wird. Aufgrund von bereits im März 2020 erfolgten Proben im Kanton Bern (Albligen), hat der Gemeinderat Ueberstorf beschlossen, die Bevölkerung von Ueberstorf aktiv über das Thema zu informieren und eigene Wasserproben vorzunehmen.

Erste Resultate
Die Proben wurden am 1. April 2020 an den Wasserfassungen und im Netz entnommen und anschliessend in einem spezialisierten Labor analysiert. Die Resultate (Werte in μg/l) sind wie folgt:

 

Metaboliten (Abbauprodukte von
Chlorothalonil)

Grenzwert

Fassung
Silberrad

Fassung

Lischerli

Reservoir Birch

Reservoir Höhi

R471811

0.1

0.19

0.34

0.21

0.22

R471888

0.1

0.03

0.03

0.03

0.03

SYN507900

0.1

<0.02

<0.02

<0.02

<0.02


Fazit:   Der früher als nicht relevant eingestufte Metabolit R471811 liegt über dem geltenden Grenzwert.

Eine Gesundheitsgefährdung besteht dadurch nicht. Das Trinkwasser der Gemeinde Ueberstorf kann bedenkenlos konsumiert werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen schreibt: Konsumentinnen und Konsumenten können Trinkwasser, in welchem die Abbauprodukte von Chlorothalonil nachgewiesen wurden, weiterhin zu sich nehmen.

Der Grenzwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter entspricht einem Zehnmillionstel Gramm. Zur besseren Veranschaulichung folgt hier ein Vergleich: Der Grenzwert entspricht in etwa einem Stück Würfelzucker, das auf das Wasservolumen von 12 olympischen Schwimmbecken (50 m Länge, 25 m Breite und 3 m Tiefe = 45'000 m3 Wasser) verteilt wird.

Weiteres Vorgehen

  • Der Gemeinderat steht in engem Kontakt mit der Kantonalen Fachstelle.
  • Das kantonale Labor hat der Gemeinde am 21. April 2020 angekündigt, dass es am 27. April 2020 eigene Proben entnehmen und auswerten wird.
  • Über den weiteren Verlauf der Situation werden wir die Bevölkerung laufend informieren.

Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie mit dem Suchbegriff "Chlorothalonil" auf den Internetseiten des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen www.blv.admin.ch und des kantonalen Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen www.fr.ch/lsvw.

Der Gemeinderat Ueberstorf, im April 2020

 

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