Geschichte

Orts- und Flurnamen lassen darauf schliessen, dass das heutige Gemeindegebiet erst zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert von den aus dem Norden ins schweizerische Mittelland vordringenden Alemannen besiedelt wurde. Überstorf ist dem Namen nach ursprünglich das Dorf, das heisst der Hof des Alemannen Iburin. Aus Iburins-Dorf wurde später Jeberinsdorf, Ibristorf, Übristorf und schliesslich Überstorf. Die erste urkundliche Erwähnung aus dem Gemeindegebiet verdanken wir den Herren von Mettlen. (Siehe Ortsplan, Niedermettlen)

Ein Hugo von Mettlen ist 1143 erstmals genannt. Die Mettlen waren Lehensleute der Kyburger, Habsburger und Thierstein und starben schon im 15. Jahrhundert aus. Sie wohnten einst in einer Burg, die wahrscheinlich in Obermettlen stand.

 


Obermettlen

Ein Blick auf Obermettlen

 


Nach dem Aussterben der Herren von Mettlen verlagerte sich das Machtzentrum in das Dorf. Hier liessen sich denn auch adlige Familien aus Freiburg zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert die drei im Stil sehr verschiedenen Schlösser erbauen. Mit seinen drei Herrschafthäusern ist Überstorf eines der «herrschaftlichsten» Dörfern des Sensebezirks.

Unser Wappen
besteht aus einem fünfmal gespaltenen Untergrund in Silber und Blau, der von einem aufrechten roten Löwen überdeckt ist. Der Untergrund stammt aus dem Wappen der Herren von Mettlen, der Löwe aus dem Militär-Kompanie-Banner, das die Überstorfer im 15. Jahrhundert in die damaligen Schlachten mitführten. In der heutigen Ausformung ist das Wappen seit den 1930er Jahren im Gebrauch.

Überstorf und seine Bevölkerung
gehört bevölkerungsmässig zu den grösseren Gemeinden im Sensebezirk (an 5. Stelle von 19).
Fast alle Bewohner sprechen deutsch. 1342 sind katholisch und 759 sind reformiert. 165 Bürgerinnen und Bürger haben eine andere oder keine Konfession. Heute gibt es 976 Haushalte, was umgerechnet 2,32 Personen pro Haushalt beziffert.

Im 20. Jahrhundert fand in den 50er und 60er Jahren eine Bevölkerungsabnahme statt. Ein markantes Wachstum setzte darauf in den 70er Jahren wieder ein. Günstiges Bauland und die gute Wohnlage abseits von lärmigen Grossverkehrsadern - bei sich stets verbessernden Verbindungsmöglichkeiten -bewogen viele Einheimische, hier zu bleiben. Gleichzeitig bewirkten diese Umstände auch, dass sich viele auswärtige Bauwillige in Überstorf niederliessen.

 


Bachstrasse und Guldifeld

Bachstrasse und Guldifeld

 


Die angenehme Lage, die schöne Landschaft, viele behäbige Weiler und eine gut ausgebaute Infrastruktur haben dazu beigetragen, dass sich Überstorf immer mehr zu einer typischen Wohn- und teilweise Schlafgemeinde entwickelt hat.

Lage, Klima und Vegetation
(von Toni Kammermann)
Das Gebiet der Gemeinde Überstorf liegt auf einem von Südost gegen Nordwest sich sanft neigenden, leicht hügeligem Plateau zwischen 600 und 800 m ü. M. An seinem Nord- und Ostrand fällt es steil zum Sensetal ab. Die natürliche Entwässerung findet dementsprechend gegen Norden und Osten direkt und von Nordwesten über den Tafersbach zur Sense statt.

An dieser Lage liegt in etwa 640 bis 740 m. ü. M. das Dorf Überstorf und die Weiler Nieder- und Obermettlen, die den eigentlichen Siedlungskern der Gemeinde bilden. Gemäss der oben aufgeführten Regionenteilung trägt das Pflanzenkleid schon deutliche Züge der Bergregion.
Weite Teile der Gemeinde sind aber durch die allgemeine Nordwestneigung des Plateaus sowie lokale West- und Südwestexposition besonders im Sommer, aber auch im Winter der Nachmittagssonne fast bis zu ihrem astronomischen Untergang ausgesetzt. Kommt man von Westen, also von Blumisberg her, hat man einen anmutigen Blick auf das Dorf.

 


Sicht vom Bergli

Ueberstorf, Sicht vom Bergli

 


Bei dieser Betrachtung rechtfertigt sich am ehesten die Benutzung des Begriffs Parklandschaft. Die Gebäude des Dorfes, seine dahinter sanft aufsteigenden Hügelzüge sind halb verdeckt, bzw. stark belebt durch Hecken, Obstgärten, Baumgruppen und mächtige Kronen von einzel stehenden Bäumen. Schweift der Blick gegen Süden ins flache Moos, so dominieren schlanke Pyramidenpappeln, welche einen angenehmen Akzent setzen zu den fern gelegenen Bergzügen des Schwarzenburgerlandes.


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