Unsere drei Schlösser zeugen von einer grossen Vergangenheit.
Englisbergschloss
Dietrich von Englisberg liess zu Beginn des 16. Jh. das grosse Gebäude mit dem abgewalmten Satteldach errichten.
Die Englisberger waren schon kurz nach der Gründung Freiburgs (1157) in der Stadt verbürgert. Die Familie spielte in der Geschichte Freiburgs eine herausragende Rolle. Sie stellte mehrere Schultheisse in der Stadt Freiburg.
Das hiesige Schloss ist baugeschichtlich von ausserordentlicher Bedeutung. Erstmals wurde hier ein Schloss erbaut, für das nicht mehr der militärische Aspekt massgebend war. Weder dicke Mauern noch ein Wassergraben und auch keine besonders schwer zugängliche Lage schützen das Haus. Vielmehr wurde bereits im Sinne der aufkommenden Renaissance nach einem klar ersichtlichen Bauplan gebaut.
Schloss Englisberg
Nachdem das Schloss seit 1505 mehrmals adelige Besitzer gewechselt hatte, erwarb 1881 die Schwestengemeinschaft von Ingenbohl die Liegenschaft. Die Schwestern richteten hier eine Zeitlang ein bekanntes Mädcheninstitut (1882-1910) und vorübergehend auch eine Taubstummenanstalt (1884-1889) ein. 1971 verliessen die Schwestern Überstorf.
1972 kaufte der «konkrete» Künstler Paul Talman das Schloss Überstorf. Viele Künstlerinnen, Künstler und Kunstfreunde lernten so unser kleines Dorf kennen.
Daniel Spoerri wohnte während 5 Jahren in einer Dependance des Schlosses. Nach dem frühen Ableben von Künstler Paul Talman (1987) verkaufte Frau Edith Talman das Schloss.
Seit 1991 ist die Stiftung Schloss Ueberstorf Besitzerin der Liegenschaft. Im Jahre 1999 wird die Seminar & Kultur AG gegründet, welche das Haus unter der charmanten Leitung von Rosmarie Schüpbach Furer als Hotel/Restaurant und Seminarort betreibt.
www.schlossueberstorf.ch
info@schlossueberstorf.ch
Techtermannhaus
Die Techtermann, adlige Bürger der Stadt Freiburg und seit dem 18. Jh. auch in Überstorf verbürgert, stellten während Jahrhunderten dem Staat und der Kirche herausragende Vertreter, so u. a. auch den ersten Freiburger Korpskommandanten Arthur von Techtermann (1841-1909). Die Überstorfer Linie starb 1925 aus.
Das Techtermannhaus, das wunderbar in einen Baumgarten eingebettet ist, wurde in der zweiten Hälfte der 18. Jh. als Sommersitz gebaut. Es gilt kunstgeschichtlich als ein sehr wertvoller Vertreter eines Landhauses im französischen Stil des 18. Jh. Über zwei Geschosse zu je 5 Achsen erhebt sich das abgewalmte Satteldach.
Techtermannhaus
1912 erwarb die Gemeinde das Haus von den Techtermann und baute es zum Schulhaus um. Seit 1971 ist dieses Haus wieder von Privaten bewohnt.
Reyff Schloss
Der Bau stammt aus dem Ende des 16. Jh.
Er besteht aus drei Komponenten. Zur Kantonsstrasse hin steht ein schöner Riegel-Bau mit den zwei Wappen. Daran schliesst sich der Treppenturm. Im rechten Winkel zum Riegelbau steht der Wohntrakt. Die beiden Wappen erinnern wahrscheinlich an die Bauherrenfamilien.
Ratzé-Schloss
In der zweiten Hälfte des 17. Jh. wohnte in diesem Hause der Künstler Hans Franz Reyff. Reyff war in Freiburg Stadtbaumeister. Unter anderem zeugen die Visitationskirche und die Lorettokapelle in Freiburg von seiner Baukunst. Er war aber nicht nur Architekt, sondern auch ein grosser Bildhauer. Viele Altare und Statuen aus seiner Hand zieren noch heute Kirchen und Kapellen im ganzen Kanton.
Reyff starb 1673 in Überstorf, wo er auch begraben wurde.
Die Orts-Broschüre
Für Geschichtsinteressierte gibt es auf der Gemeindekanzlei eine Orts-Broschüre «Gemeinde Überstorf». Im Naturkundeführer «Schauen und Wandern in freiburgischen Senseland», S. 40 wird unsere Landschaft beschrieben und visuell dargestellt.